Zeughaus-Gedanken

Vor einigen Tagen habe ich einen Bericht im Fernsehen gesehen, WDR, Wohnträume im Ruhrgebiet (der Link ist leider nicht mehr vorhanden), wohnen, wo früher geschuftet wurde. Da kann man schon ins Schwärmen geraten. Vollends ausgeflippt bin ich allerdings bei dem Bericht über Thomas Rother, der mit seiner Frau in der ehemaligen zentralen Maschinenhalle auf Zeche Zollverein wohnt.

Für mich ist er ein wahrer Zeugmensch! Also, das kommt irgendwie so zustande: Ein Zeughaus, das ist ein Haus mit Zeug drin 😉 früher wurden Waffen und militärische Ausrüstungsgegenstände so bezeichnet. Im Grunde also nichts anderes als ein Waffenlager. Ich habe mal in Köln auf der Zeughausstraße gearbeitet, beim Regierungspräsidenten, wie die Behörde damals noch genannt wurde (Frauen gab es in diesen Ämtern da noch nicht), dem Kurfürsten von Köln: Franz-Josef Antwerpes. Ich glaube, er hat mir die Urkunde zur Beamtin auf Lebenszeit überreicht, aber das ist eine andere Geschichte 😉

All das wusste ich nicht, als ich den Begriff Zeugmensch kreierte, für mich war Zeug halt Zeug und ein Zeugmensch dementsprechend ein Mensch mit viel Zeug. Mit ziemlich viel Zeug. Sojemand wie ich 😉

Zeughaus hat also mit Zeugmensch nichts zu tun, im Grunde, nur dass es mich auf den Begriff gebracht hat, weil ich nicht wusste, was Zeug damals für eine Bedeutung hatte. Ich glaube nur noch die Schweizer nutzen das Wort Zeughaus im Sinne von Waffenlager. Zeug ist bei uns Zeug, alles mögliche halt, Kram, das ganze Zeug, Krempel, es muss durchaus nicht unnütz sein, aber es ist viel. Und ich liebe viel.

Mein Hobbyraum (Küche) ist voll von Viel 😉 dort kann ich wirbeln, alles ist in Griffnähe, alles bereit für den sofortigen Einsatz, ich liebe das, und kochen ist wie meditieren, jedenfalls für mich.

Doch die Küche ist nicht der einzige Zeugort, hier sieht man mich in meinem Wohnzimmer inmitten all meines Krams, den ich über die Jahrzehnte (ja, ich bin wirklich schon über 6 davon alt!! 😉) zusammengetragen habe, auf Flohmärkten, im Verwandtenkreis, geschenkt von Freunden, die meine Leidenschaft kennen.

Und dann sah ich die alte Maschinenhalle der Zeche Zollverein, gefüllt mit Bergbaugeschichte, Thomas Rother und seine Frau haben über die Jahre all das zusammengetragen, vieles ist ihnen sozusagen ans Herz gelegt worden, sie mögen es verwahren, damit es nicht untergeht.

Thomas Rother ist ein wahrer Zeugmensch, er wohnt dort in der alten Maschinenhalle, ich finde das GANDIOS und bin, das muss ich zugeben, ein wenig neidisch. Wenn es auch im Winter bitterkalt dort ist, aber, wie er in dem WDR-Bericht sagte: wir halten durch!

 

 

 

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.